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Das ist natürlich kein Thema, das man in wenigen Worten beantworten kann. Also man kann es wahrscheinlich schon, aber dann würde man wichtige Dinge wahrscheinlich raus lassen.
Wie haben sich Placebo verändert…
Placebo bestanden schon immer, meiner Meinung nach, aus 2 „wichtigen“ Dingen. 1.: Das Auftreten, die Attitüde und die Provokation 2.: Die Art und Weise, wie die Musik mit ihrem Auftreten zusammenspielt(e)
Brian und Stefan haben immer Kleider getragen, haben damit für Schlagzeilen gesorgt, hatten provokative Auftritte, bei denen vor allem Brian betrunken oder auf Drogen war und dazu kam dann ihre Musik. Die Musik alleine wäre wahrscheinlich nie im Leben so auf Kritik gestoßen, wenn Placebo ausgesehen hätten wie… Schlagersänger oder so. Ich finde sogar manchmal dass sie eine Art „Kunststück“ sind. Da passt ein Element zu anderen und das eine kann nicht ohne das andere. Sie sind wie ein Puzzle. Das hat sich vor allem auf den ersten Beiden Alben so fortgeführt, Provokation, Melancholie und Drogen. Dazu Kleidung und fragwürdige Auftritte, bei denen Brian lallend bei Rock am Ring ein Interview gegeben hat (nur ein Beispiel.). Natürlich kannte ich sie während dieser Zeit noch nicht und kann deswegen nur das so sagen wie ich es nachträglich mitbekomme. Fans aus dieser Zeit sehen das vielleicht anders als ich, aber ich sage ja auch nicht dass ich hier allgemeingültig schreibe.
Dann mit den nächsten Alben, die sie veröffentlich haben, blieben sie ihrem „Placebo- Stil“ treu und haben sich gleichzeitig weiterentwickelt. Weg von der wimmernden Tröte, hin zu etwas… „vernünftigerer“ Musik mit anderen „Werten“ könnte man fast sagen. Das bedeutet nicht dass ich den vorgehenden Alben falsche Werte zuweise, ich fand sie sogar sehr tiefsinnig aber ich merke auch selbst dass mit diese Songs teilweise nicht mehr direkt ansprechen, weil ich mich auch weiterentwickelt habe.
Sie haben sich an anderen Musikstilen bedient, haben Hip- Hop und Elektronik Einflüsse in ihrer Musik. Und sie haben es noch immer als ihre eigene Musik verkaufen können, es klang/klingt keineswegs fremd und doch einzigartig. Ich habe selten das Gefühl „Oh, das kenne ich aber schon, das klingt nach dem und dem Lied“.
Dann kommt Meds und somit die erste Albumveröffentlichung von Placebo der ich entgegengefiebert habe. Dann lief Song to Say Goodbye im TV und ich dachte „Scheiße.“. Warum das so war, weiß ich nicht. Ich war sehr enttäuscht. Ich hatte mit allem gerechnet nur nicht mit dieser Musik. Ich hatte mit einer weiteren Entwicklung gerechnet, vielleicht fand sie auch statt, aber ich finde Meds in der Reihe von Alben ist das… „schwächste“ was die musikalische Entwicklung angeht. Es kam immer etwas anderes und neues. Klar gibt es das auch auf dem Album, doch nicht so prägnant wie auf den Alben davor. Was ich hier schlimm fand, war dass sie „Nancy Boy“ für tot erklärten und dann angefangen haben das Lied wieder zu spielen. Brian und Stefan haben sich auf der Bühne geküsst und ich war ziemlich…“sauer“ weil das alles nicht gepasst hat. Nicht musikalisch oder so nicht gepasst, aber die Aussagen haben sich widersprochen. „Wir wollen „Back To the Roots“ aber wir deklarieren Nancy Boy’s Tod.“ Ehm… okay. Vielleicht sahen sie in Nancy Boy das nicht ernst genommen zu werden, aber das hätten sie… anders machen können. Irgendwie. Ich weiß nicht wie, aber ich war, wenn ich das alles so im Nachhinein, ohne Euphorie sehe, ziemlich angesickt von ihren Aussagen und Interviews. Es sah vieles gespielt aus. Und mein Papa meinte zu dieser Zeit: „Und sie sind doch ein Produkt der Plattenfirma.“
Und dann ging alles sehr schnell. Die Project Revolution Tour wurde begleitet von hin und wieder launigen Aussagen (siehe das Myspace Konzert), es wurde oftmals gesagt, sie bräuchten eine Pause, dringend. Sonst passiert etwas. Brian sieht nicht gut aus, sie sollen sich eine Ruhepause gönnen. Und dann kam der Rauswurf von Steven, der einigen Interviews nach, bereits überfällig gewesen war. Dann wurde gesagt, dass sie seit beginn des Jahres 2007 daran arbeiten ihn rauszuwerfen, Gerüchte wurden laut. Brian und Stefan reden nur noch über Mr. Hewitt und es wird klar dass über längere Zeit hinweg einiges schief gelaufen ist. Er soll zu viel mit Drogen experimentiert und auch das ein oder andere Mädchen gehabt haben. Was davon wahr ist weiß ich nicht und ich will es nicht wissen. Jedenfalls sind die zwei übrig gebliebenen in dieser Zeit wieder stark in Richtung anfang ihrer Karriere zurückgerutscht, was ihre Interviews anging. Sie haben sich ja ganz nett gegeben, aber vor allem Brian wirkte sehr herablassend und arrogant, was auch schön in einer Musikzeitschrift am Ende des Interviews als vermerk geschrieben wurde.
Jedenfalls war die Placebofamilie, von der Brian immer gesagt hatte dass er sie immer zusammenhalten würde, kaputt. Es wurde still und niemand wusste wie es weitergeht.
Und auf einmal trat da ein „Ochsenknecht- Klon“ vor die Kameras und wurde von vielen- mir inkl.- erstmal belächelt. Niemand dachte dass sie wirklich ein so gutes Team werden würden. Das Aussehen, das Alter. Vor allem der Musikstil.
Und genau das hat meiner Meinung nach zu der riesen Entwicklung geführt, die sich in dieser Zeit abgespielt hat. Sie haben sich vom EMI getrennt, haben das Album ohne Plattenfirma aufgenommen und kamen dann mit Battle For The Sun um die Ecke. Meiner Meinung nach mit das Bedeutendste Album was sie herausgebracht haben.
Sie sind mit dem wirklich jungen Steven, der quasi in unserem Alter ist, erwachsener geworden, haben keine größeren Ausfälle und tragen Dinge nicht so sehr nach außen.
Meiner Meinung nach haben sie sich von einer versexten „Teenage Angst“- Band zu einer noch selbstkritischeren Band entwickelt, die sich selbst nicht zu ernst nimmt (wobei man nie weiß ob sie das je getan haben…) entickelt. Sie hatten zwischendurch einige Rückfälle auf dem Weg dahin wo sie jetzt sind, aber sie sind auch nur Menschen und Menschen haben Fehler.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass sie der Entwicklung eines Menschen ähneln. Am Anfang wird alles hinterfragt, die Triebe werden ausgelebt und dann mit dem Weg in Richtung Pubertät versucht man erwachsen zu klingen, schafft es aber nicht, weil immer wieder dieses kleine Triebgesteuerte Es hervor kommt und eine lange Nase dreht. Und am Ende konnte man dann doch alles unter einen Hut bringen und macht aus „Now nothing ever ever goes my way“ ein „you are a cheap and nasty fake and I am the bones you couldn’t break.”
So, ob man meine Gedankengänge nachvollziehen kann und ob es eine „okaye“ Antwort auf deine Frage war bleibt euch überlassen. Es ist mir „schwer“ gefallen die Frage zu beantworten, ich habe es aber versucht. Ich möchte gerne noch einmal klarstellen, dass alles was hier steht auf meinen Eindrücken beruht und jeder das anders wahrnimmt. Ich bin gespannt wer von euch noch etwas dazu sagt?
_________________ I've been waiting a lifetime For this moment to come I'm destined for anything at all...
It's something unpredictable. But in the end it's right. I hope you had the time of your life...
19.06.2010 - Green Day live @Wembley Stadium London Bestes Konzert meines Lebens.
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